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Mühlentag 2005

 

 

 

    Mühlentag

 

am Pfingstmontag,

16. Mai 2005

im Mühlendorf Schwabsoien.

 

 

Die ca. 3000 Besucher erlebten erneut einen Streifzug durch die Geschichte des Mühlendorfes. Die Mühlen, die am "Deutschen Mühlentag" ihre Tore öffneten, gehören zu den letzten Zeugen einer weit über 2000 Jahre alten Handwerkstradition. Sie haben heute den Status von Kultur- und Baudenkmälern, deren Ästhetik das Herz des Betrachters höher schlagen läßt.

Der Deutsche Mühlentag wird seit 1994 jährlich am Pfingstmontag durchgeführt. Auch in Schwabsoien wurde an diesem Tag den Besuchern ein Einblick in das Innere von historischen Mühlen (geradezu geniale Erfindungen) gewährt.

Mühle - eine nahezu universell einsetzbare Maschine mit einer Vielfalt von Anwendungsmöglichkeiten.

 

Von 10 bis 15 Uhr fanden jede halbe Stunde Führungen auf dem Mühlenweg statt. Treffpunkt war am Infostand in der Ortsmitte. Die Führer zeigten gerne alle kulturellen Sehenswürdigkeiten. Die Museen hatten bis 18 Uhr geöffnet.

 

 

Zu besichtigen war wieder die funktionsfähige Pröbstlmahlmühle. Mischanlage und Mahlwerke sind noch in Betrieb.

1922 hatte der Besitzer Georg Pröbstl+ neben der Sägmühle eine Mahlmühle errichtet. Für den Mahlvorgang wurden anstatt der üblichen Mahlsteine künstlich hergestellte Walzen verwendet, deshalb spricht man hier von einer Kunstmühle.

Das Sägewerk wurde 1992 im Süden Schwabsoiens (auf Schwabbrucker Flur) neu errichtet.

 
 

 

 

 

In Betrieb war ebenfalls wieder

der mit Diesel betriebene

Generator, der über 60

Kilowatt Strom für

den Eigenbedarf erzeugt.

 

 

Geöffnet war für SIE der Mühlenladen - Mühlenprodukte aller Arte wurden angeboten. Kulinarische Köstlichkeiten wie frische Küachle oder Bay. Leberkäs sorgten für das leibliche Wohl der zahlreichen Besucher-

die KOHLGRUBER-HEIMGARTEN-MUSI für beste Unterhaltung.

 

 

"Müllers Esel" aus der Nachbargemeinde Schwabbruck und ihr Besitzer Jochen Trumm waren wieder auf dem Pröbstlgelände zu Gast.

Viele Kinderherzen freuten sich schon darauf!

 

 

Erstmals wurde ein großes, funktionsfähiges Mahlmühlenmodell von Herrn Robert Vetter ausgestellt.  Die vielen Interessierten ließen  sich den Mühlvorgang erst am Modell erklären, dann besichtigten Sie das Original. Sie waren von beiden begeistert !

 

 

 

 

 

Die Sonderausstellung von alten Erntegeräten bot 2005 etwas außergewöhnliches:

 

Ein Dampflokomobil.

 

Besitzer der Dampfmaschine seit 1990 ist Werner Leichtenstern aus Rott am Lech. Seit 1994 ist die Maschine betriebsbereit.

 

Marke: Schlick-Nickolson aus Budapest

 

Baujahr 1926

 

PS 6 - 8

 

ca. 800 l Wasserinhalt.

 

Die Besucher erlebten eine Sondervorführung!

Korn-Dreschen wie in alten Zeiten!

 

Ausgestellt wurden auch viele alte Arbeits- und Erntegeräte, sowie viele Bulldog-Oldtimer.

 

 

 

 
 
 

 

 

 

Weiter gings auf dem Mühlenweg, vorbei an der ehemaligen Kunstmühle Keller. 

 

 

Hier zeigten sich die jungen Schwabsoier Frauen (HVE) von ihrer besten Seite.

Dem hausgemachten Soier-Zwiebelkuchen konnten die Besucher nicht wiederstehen! Selbst Landwirtschaftsminister Miller hatte sich schon von der Qualität überzeugt.

 

 

Wer schon (wieder) hungrig und durstig war ließ sich beim Dorfladen Guffler nieder. 

Hier verwöhnte Anita mit Grillfleisch und Grillwürstl, Getränken aller Art und Eis für den Nachwuchs.

 

Beim Schmiedjörgeler konnte man ein Triebwerk besichtigen. Hier stand ursprünglich eine Hammerschmiede, die beim Dorfbrand zerstört wurde. Der Besitzer Siegfried Lohwasser zeigte und erklärte gerne das Triebwerk und weitere ausgestellte Motoren. Da die Schönach hier ihre größte Fallhöhe besitzt, wird natürlich mit dem Triebwerk Strom erzeugt.

 

 

 

Ein kleiner Wasserfall führte nun zum Fegsandhügel.

 

Auf der Wiese beim Elder fand wieder die Enten-Wettschwimm-Aktion statt. Bei Nashi, Sandra, Sarah, Monika und Gitta bekam man die roten Renn-Schwimm-Entchen. Für den 1. Schönach-Platz gab es ein Entchen und eine Gewinn-Urkunde, alle anderen bekamen eine Teilnahme-Urkunde. Dieser Kinder-Event stand natürlich allen Altersgruppen offen.

 
 

 

 

Beim Pumpenhaus erklärte Werner Stich die Kolbenpumpe aus dem Jahre 1909.

 

Diese war bis 1948 in Betrieb und ist auch heute noch funktionsfähig.

 

Hermann Müller aus der Ob zeigte, wie früher die Trinkwasserrohre aus Holz hergestellt wurden.

 

Wer Lust (und die Muskeln) dazu hatte, konnte sich auch daran versuchen.

 
 

 

Nun kamen die Mühlentagsbesucher zu den Schönachquellen (Ursprung), die bei der Sachsenrieder Steige aus dem Berg sprudeln.

 

Insgesamt 7 Quellen bilden die Schönach. Der Sachsenrieder Forst ist ein großer Wasserspeicher. Die Niederschläge haben eine Verweilzeit von ca. 8 Wochen im Boden, um dann als bestes Trinkwasser herauszusprudeln.

 

 

Im Quellgebiet der Schönach war auch ein Kohlenmeiler aufgebaut. Die Köhlerei war in früheren Jahrhunderten ein bedeutender Wirtschaftszweig. Während zuerst das Holz in Erdgruben unter weitgehendem Luftabschluss verkohlt wurde, war zur Blütezeit im 18. Jahrhundert bis in die Neuzeit die Meilerköhlerei üblich.

 

 

Auf dem Rückweg zur Hammerschmiede

(der Weg ist übrigens insgesamt nur gut 2 km und konnte mit gutem Schuhwerk von jedem bewältigt werden)

begegneten Sie Franz Seelos und dem Landes Bertl. Hören konnte man die beiden schon von weitem - sie dengelten. Diesmal nicht nur von Hand, sondern erstmals auch mit einer äußerst seltenen Dengelmaschine.

 

 

 

In der Hammerschmiede begrüßte die Gäste der Eigentümer des einmaligen Museums, Peter Götz und seine Helfer Robert Vetter und Hans Berkmüller.

 

Von 11 bis 18 Uhr wurde immer wieder kurz einer der 3  Schwanzhämmer in Betrieb gesetzt.

 

Dieses Hammerwerk ist eines der größten und eindruckvollsten überhaupt.  Allein der Beschlag des größten Schwanzhammers wiegt ca. 6 Zentner.

 

Ebenfalls vorgeführt wurde das Schleifwerk, sowie andere über Riemen und Wellen angetriebene Maschinen und Drehbänke.

 

Beeindruckend das Feuer in der Esse. Erstmals hat ein Kunstschmied seine Arbeit am Ambos vorgestellt, er konnte nur nicht genug Nägel als Mühlentagsandenken schmieden, deshalb kommt er im nächsten Jahr wieder.

 

 

 

 

 

 

Die letzte Station auf dem Mühlenweg führte nun zum Kutschenmuseum, das im Jahre 2004 an Pfingstmontag erstmals seine Türen öffnete.

 

Eigentümer Johann "Johnny" Hartmann und sein Team zeigten  über 30 restaurierte Kutschen und sieben Schlitten, sowie eine Ausstellung von altem Handwerkszeug und Gerätschaften.

 

Alle Kutschen und Schlitten sind nicht nur Ausstellungsstücke, sondern auch voll funktionsfähig.

 

Johnny Hartmann hatte natürlich auch wieder Neues zu bieten, für Überraschungen war gesorgt.

 

 

Wer nun müde Beine hatte, ließ sich gleich beim Kutschenmuseum nieder und wurde von der

Blaskapelle Schwabsoien mit flotter Musik unterhalten.

 

Für Hungrige: Soier-Schupfnudeln (zubereitet von Meisterhand)  und hausgemachte Kuchen standen bereit. Auch die vielen Durstigen wurden bestens bedient.

 

 

Wir Schwabsoier freuten uns über diesen riesigen Besucheransturm. 

 

Wir waren bemüht, Ihnen und Ihrer Familie einen angenehmen, informativen und unterhaltsamen Pfingstmontag zu bieten, und dies auch bei dem wechselhaften Wetter!

 

Bei Fragen konnten Sie sich an das Team vom Infostand oder an einen der Führer wenden, wir versuchten, allen die bestmögliche Auskunft zu geben und Ihnen immer behilflich zu sein.

 

Wir würden uns sehr freuen, Sie im Jahre 2006 am Pfingstmontag wieder begrüßen zu dürfen.

 

Dann heißt es wieder:

 

   "Grüß Gott im Mühlendorf Schwabsoien"

 

Wenn es Ihnen gefallen hat, tragen Sie sich doch in unser Gästebuch ein.

Vielen Dank!

 

 

 

 

 

 

In Bayern nahmen 2005 fast 50 Mühlen, Mühlenmuseen und artverwandte Objekte am 12. Deutschen Mühlentag teil. 17 Teilnehmer davon sind produzierende Handwerksmühlen, welche die heutige Technik zeigen - in Verbindung mit der traditionellen Ausübung des Müllerberufes.

 

Die Teilnehmer in Bayern verteilten sich auf alle Regierungsbezirke - einige waren neu dabei - andere pausierten, bedingt durch den umfangreichen Arbeitsaufwand.

 

Bundesweit fanden über 1000 Veranstaltungen statt, die wie in den vergangenen Jahren Zehntausende von Besuchern begeistern.

 

 

 

Weitere Informationen zum Deutschen Mühlentag finden Sie

 hier ==>